Bast

Bast [bast], der; -[e]s, -e:
pflanzliche Faser, die zum Binden und Flechten verwendet wird:
aus Bast eine Tasche anfertigen.

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Bạst 〈m. 1
1. unter der Rinde liegendes pflanzl. Fasergewebe, das zum Flechten u. Binden verwendet wird (zur Herstellung von Matten u. Ä.)
2. äußere, gelbliche Schicht der Naturseide
3. 〈Jägerspr.〉 behaarte Haut am wachsenden Geweih od. Gehörn
● ein Korb aus \Bast [<ahd. bast, engl. bast <germ. *basta]

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Bạst, der; -[e]s, -e:
1. [mhd., ahd. bast] pflanzlicher Faserstoff zum Binden u. Flechten.
2. [weil sich die Haut später bastartig löst] (Jägerspr.) behaarte, filzige Haut auf einem neu gebildeten Geweih.

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Bast,
 
1) Botanik: die beim sekundären Wachstum höherer Pflanzen vom Kambium nach außen abgegebenen Gewebe (sekundäre Rinde); sie erhöhen die Festigkeit und Dehnbarkeit der Pflanzen. Hierzu gehören einmal die Leitbündel (Siebröhren, Geleitzellen, Siebparenchym), zum anderen die Bastfasern. Der sekundäre Zuwachs im Leitbündelanteil differenziert sich häufig in Hartbast und Weichbast (z. B. Linde, Eiche). Bastfasern sind dickwandige, teils verholzte, 2-5 mm lange Zellen mit zugespitzten Enden. Sie finden sich auch in den Leitbündelscheiden verschiedener als Textilfaserpflanzen genutzter Arten, wie z. B. Lein, Hanf, Jute, Ramie. Hier können sie bis zu 55 cm lang werden und feste Stränge bilden. Sisal, Faserbanane und der Neuseeländische Flachs liefern Fasern aus Blättern. - Bast wird bei Naturvölkern, besonders in den Tropen und Subtropen, aus Blättern, Pflanzenstängeln, Wurzeln oder Rinde durch Wässern, Abschaben der fleischigen und holzigen Teile und nachfolgendes Schlagen oder Brechen gewonnen und als Material zum Flechten, Schnurdrehen oder Weben benutzt oder auch verknüpft. Ornamentierte Baststoffe werden besonders von afrikanischen (Raphia) und ozeanischen (Tapa) Völkern hergestellt.
 
 2) Gartenbau: Bindematerial unterschiedlicher Herkunft, u. a. Leitbündelscheiden, Hartbast (Linde, Weide), oberflächliche Blattgewebestreifen der Raphiapalme; auch aus Kunststoff.
 
 3) Jägersprache: weiche, gefäßreiche und behaarte Haut des wachsenden Geweihs von Rehen und Hirschen; trocknet nach Abschluss des Geweihwachstums aus und wird entfernt (»gefegt«).
 
 4) Textilkunde: eine den Kokonfaden der Seidenraupe umhüllende Schicht (Seidenbast), die durch kochende Seifenlösung abgelöst wird. Bei diesem Vorgang fällt Bastseife an, die in unterschiedlichen Konzentrationen Seidenbast (Sericin) enthält und wegen ihres Egalisierungsvermögens in der Seidenfärberei als Hilfsmittel eingesetzt wird. Bastseide ist die noch nicht abgekochte glanzlose Rohseide, sie weist als Gewebe deshalb noch einen harten Griff auf.
 

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Bạst, der; -[e]s, -e [1: mhd., ahd. bast, H. u.; 2: weil sich die Haut später bastartig löst]: 1. pflanzlicher Faserstoff zum Binden u. Flechten: die Blumenstiele mit B. umwickeln. 2. (Jägerspr.) behaarte, filzige Haut auf einem neu gebildeten Geweih.

Universal-Lexikon. 2012.

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